Kritiken

Flauti_e_cello-ZeitungLandshuter Hofmusiktag

Barocker Schlangenbeschwörer

Das Duo flauticello zwischen Wettstreit und Dialog

 

Kann das gut gehen, wenn ein Barockflötist mit einem Konzertcellisten zusammenspielt, der zumeist mit großen Symphonieorchestern auftritt und hier zum Barockcello greift? Die Unterschiede zwischen den beiden wurde im Konzert im Italienischem Saal der Residenz deutlich: Bernhard Böhm musizierte weich und sanft, als ob er improvisieren würde, Sebastian Hess behandelte sein Instrument kraftvoll. Man hatte den Eindruck, dass er sich zähmen musste, um die Flöte nicht niederzuspielen. Er unterbrach oft harsch mit deinem Generalbassaccorden die Melodien der Flöte, die Böhm mit einschmeichelndem Fuss fast wie ein Schlangenbeschwörer spielte. Doch gerade diese Gegensätze ließen ein barockes Konzertieren entstehen: Flötist und Cellist wirkten wie zwei starke Persönlichkeiten, die miteinander dialogisieren, aber auch einen Wettstreit austrugen, wie es im Barock zwischen Virtuosen üblich war.

Das Duo stellte weiterhin unbekannte italienisch Musik vor, die es zu einprägsamen Charakterstücken formte.Böhm spielte auf der Barockflöte klar und nuanciert, auf der Traversflöte voller Empfindsamkeit. Hess betonte die Akzente, setzte Einschnitte oder trib das Geschehen voran. Den Sonaten von Marcello, Veracini, Platti wiederfuhr endlich Gerechtigkeit. Werden sie so schattierungsreich gespielt, kann man nicht verstehen, warum sie bislang im Schatten derer von berühmten Kollegen wie Corelli oder Vivaldi in Vergessenheit geraten waren. Doch selbst bei Vivaldi entdeckte das Duo Neues: Dessen späte G-Dur Sonate wirkte wie ein Vorgriff auf die Romantik. 

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